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Ich freue mich sehr, dass ich den Autor und Blogger Robin Kerr für meine Seite gewinnen konnte.
Er wird uns von Zeit zu Zeit mit interessanten und wissenswerten Blogs erfreuen.
Los geht´s:

 

Und die Tragödie setzt sich fort:

 

Mitte September wurden auf einer Freilandstraße in der Nähe von Moron de la Frontera von der Polizei drei herrenlose herumirrende Pferde gefunden.

Die Tiere waren bis auf das Skelett abgemagert und so stark dehydriert, dass sie nur noch zu taumeln vermochten.

Ein herbeigerufener Tierarzt der Junta Andalucía (dem Amtstierarzt) musste die Tiere noch vor Ort mit Infusionen versorgen, um sie überhaupt transportfähig zu machen.

Eine Feststellung der Identität der Pferde konnte nicht durchgeführt werden, da ihnen der Microchip herausgeschnitten wurde.
Somit konnte auch der Eigentümer nicht ermittelt werden.

Aufgrund von Hinweisen aus der Bevölkerung führte die Polizei und der Amtstierarzt schließlich eine Überprüfung einer in der Nähe befindlichen Finca durch, wo sich ihnen ein entsetzliches Bild bot.
Am Land verteilt lagen überall tote Pferde.

Der Tierarzt bestätigte den Hungertod.
Etwa dreißig weitere waren zwar noch am Leben, befanden sich aber in einem ähnlichen Zustand wie die drei. die man auf der Straße gefunden hatte.

Der von der Polzei vorgeführte Eigentümer bemerkte dazu nur:
"Das ist halt so, wenn kein Geld mehr für Futter da ist. Schuld daran sei ohnehin nur die jahrelang anhaltende Wirtschaftskrise und nicht er."

Der Mann wurde von der Polizei vorübergehend festgenommen.
Die überlebenden PFerde von der Junta Andalucía sichergestellt.

Auch das spanische Fernsehen berichtete über diesen Fall!

Warum aber dieser Mann gute Chancen hat straffrei davon zukommen, lesen Sie demnächst, wenn Sie mögen.

                                                                Robin Kerr

 

Im Übrigen würde ich mich sehr freuen Sie las Gast auf meiner Homepage http://www.robinkerr-autor.com zu begrüßen.
Dort erfahren Sie viel Spannendes und auch mehr über das traurige Thema Pferde in Andalusien


Und die Tragödie setzt sich fort:
Teil II

 

Nun wünscht und erwartet jeder, den der Mann der seine Tiere verhungern ließ, gebeutelt und danach durch den Fleischwolf gedreht, wieder zu finden.
Aber so einfach ist das leider nicht!

Nach dem derzeit gültigen spanischen Recht, sind Tiere keine Lebewesen, sondern eine Sache. Genauso verhält es sich im Übrigen auch in Deutschland und Österreich.

Sachbeschädigungen fallen demnach nicht dem Strafrecht, sondern dem Zivilrecht zu!

Um eine Bestrafung auszusprechen, setzt das jedoch zwingend einen Gerichtsbeschluss voraus.
Ein dafür notwendiges Verfahren überhaupt in Gang zu setzen, erfordert das Einbringen einer entsprechenden Anzeige.

Die Polizei bringt Sachbeschädigungen generell nicht zur Anzeige.
Ob die Junta (zuständige Kreis-bzw. Bezirksbehörde) eine Anzeige erstattet, bezweifle ich.
Die lassen das so etwas lieber im Sand verlaufen. Man hat ja schließlich nicht für alles Zeit!

Bleibt als letztes Mittel die Anzeige durch eine Privatperson. In diesem Fall würde es Jahre dauern, bis es zu einem Prozess kommt.

Einen Prozess, den in Wahrheit keiner möchte. Die Gerichte nicht, die Junta nicht, die Polizei nicht, die Anrainer nicht und schon gar nicht der Beschuldigte!
Zeugen werden keine erscheinen. Der Mann wird sich irgendwie herausreden.

Vielleicht wird der Richter an sein Gewissen appellieren und nach 2 1/4 Stunden wird die Sache zu den Akten gelegt.

Traurig aber wahr. Was soll man da tun?
Wir können etwas tun!
Wir müssen unsere EU Abgeordneten dazu animieren, Druck auf die spanische Regierung auszuüben, um ihr Tierschutzgesetz "zeitgemäßer" abzuändern.
Das ist meines Erachtens das einzig probate Mittel allen Tieren nachhaltig zu einem besseren Leben zu verhelfen!

 

Zum Abschluss noch eine amüsante Anekdote zum Thema spanische Gerichtsbarkeit.

Im Frühling 2010 wurde dem Bürgermeister von Villa Nueva das Auto gestohlen, was im Übrigen viele Leute freute!

Jeder wusste, wer das Auto gestohlen hatte und in welcher Garage im Pueblo es nun stand.
Natürlich auch der aufgebrachte Bürgermeister, der mit deutlichen Anzeichen von Hypertonie vor dem Haus, in dessen Garage sich sein Fahrzeug befand, herumtobte. Wo er den Dieb wütend und schimpfend zur Herausgabe seines Eigentums aufforderte.

Leider vergebens, denn die Garage blieb verschlossen.
Auch die zu Hilfe gerufene Polizei konnte daran nichts ändern.
Denn ohne Gerichtsbeschluss darf die Polizei, solange kein Menschenleben in Gefahr ist, nichts unternehmen.
Also blieb dem unbeliebten bestohlenen Mann keine andere Wahl als Anzeige zu erstatten.

Das zuständige Gericht hatte so schnell gearbeitet wie nie zuvor. Bereits neun Monate später zwang die Polizei unter Vorlage des Gerichtsbescheides, den vermeintlichen Dieb, seine Garage zu öffnen.

Doch die war leer!
Natürlich wusste jeder das er und seine Freunde in den vergangenen Monaten das Auto in seine Einzelteile zerlegt hatten, um es danach Stück für Stück wegzutransportieren.

Lediglich beweisen ließ sich das leider nicht, denn das Einzige, was die Polizei vorfand war - nichts! Und nichts reicht wohl nicht aus, jemand zu beschuldigen.

Fall abgeschlossen!

Der Bürgermeister hat Villa Nueva verlassen und zog nach Sevilla.
Er arbeitet dort angeblich als Automechaniker. !Eviva España!

 

Robin Kerr